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Meine Reise 2011 - 2014

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Samstag, 16. November 2013

Ein Wiedersehen in Manila

Da sitzt ich hier nun wieder und bin absolut überfordert, da ich überhaupt nicht weiß, wie ich nun die Geschehnisse wieder zusammenfassen soll. Also manchmal kann ich echt nicht glauben, welche Geschichten das Leben schreibt. Die letzte Woche ist so verrückt und unglaublich schön gewesen, dass ich das gar noch nicht für real empfinden kann. Meine Entscheidung auf die Philippinen zu fliegen: Eine Goldrichtige. Wieder einmal wurde ich bestätigt, dass es einfach nichts Besseres gibt als gute Freunde vor Ort. Aber wir kommen noch zu den Erlebnissen der letzten Woche.

Zunächst gibt es erstmal noch einen kleinen Nachschlag von Bali. Als frischgekürter Rescue Diver ging es also zurück nach Bali, wo ich noch einmal 2 Tage verbringen konnte. Ich habe mir noch einmal den Scooter ausgeliehen und den Tempel Tanah Lot besucht, der sich im Wasser befindet. Entlang der Klippen gab es eine tolle Aussicht. Meinen letzten Tag in Bali habe ich dann am Strand und beim Shoppen verbracht, da mir immer mal wieder ein paar Sachen, Sonnenbrillen und was auch immer abhanden kommen. Das bringt das Reisen wohl so mit sich. 






Im letzten Beitrag hatte ich ja schon erwähnt, dass ich einen Flug auf die Philippinen gebucht habe. Wieso eigentlich? Es war doch gar nicht auf meinen Plan. Erinnert Euch doch bitte an die Zeit, als ich als Barkeeper im Karratha International Hotel gearbeitet habe. Das ist nun gut 3 Monate her. Dort habe ich mit sensationellen Kollegen zusammengearbeitet. Einer von ihnen war Mel. Mel ist einer der Köche dort gewesen. Er selbst ist Philippino und seine gesamte Familie lebt in den Philippinen. Zweimal im Jahr fliegt er für einen Urlaub nach Hause. Irgendwann im August haben mich dann Leute aus Karratha bei Facebook angeschrieben, ob ich nicht Lust hätte im November auf die Philippinen zu kommen, da Mel dort ist und seinen Geburtstag feiern will. Naja, jemanden vor Ort zu haben, ist mir schon einige Male auf meiner Reise zum Vorteil geworden. Was solls. Ich habe mich dann also in Bali dazu entschieden einen Abstecher und Umweg auf die Philippinen zu machen.

Am Samstag, den 2. November, ging es dann also los. Wieder einmal so ein toller Übernachtflug von 2 Uhr bis 5 Uhr. Wie ich diese Zeiten liebe :(Mein Abenteuer begann allerdings schon auf den Flughafen in Bali. Es ist mir schon wieder passiert! Was denn, fragt ihr Euch? Kleine Erinnerung. Erinnert ihr Euch noch als ich in Brisbane nicht einchecken konnte, weil ich keinen Flug aus Indonesien heraus gebucht habe? Ja, richtig. Die gleiche Situation in Bali, weil ich keinen Flug aus den Philippinen heraus gebucht habe. Ich habe fast angefangen zu fluchen am Schalter. Aber mal im Ernst, das ist eine der lächerlichsten Regelungen, die ich bis jetzt gesehen habe. Es hieß wieder einmal ein günstiges Flugticket finden. Innerhalb von einer Stunde bis der Check-In geschlossen wird. Das Problem dieses Mal war, dass der Flughafen in Bali gerade umgebaut wird und es kein Internet gibt. Am Schalter von Philippines Airlines wurde mir dann gesagt, dass der günstigste Flug von Manila nach Kuala Lumpur 110 US$  kostet. Das ist zuviel für einen Flug, von dem ich nicht mal weiß, ob ich in in Anspruch nehmen werde. Es war 1:10 Uhr und der Check-In schließt 2 Uhr. Kein Ticket, kein Flug auf die Philippinen. Mit meinem gesamten Gepäck ging es auf einen gefühlten 3km Fussmarsch bei gefühlter 150% Luftfeuchtigkeit. Dann habe ich endlich einen Burger King mit Internet gefunden. Schweißperlen überall und meine Sachen komplett durchgeschwitzt. Ich könnte mir wirklich Schöneres vorstellen um 1:30 Uhr in der Nacht. Das Lächeln habe ich dann aber doch noch wiedergefunden als ich 10 Minuten später einen Flug von Manila nach Kuala Lumpur für gerade einmal 30€ gebucht habe. 15 Minuten bevor der Check-In geschlossen wurde bin ich also wieder zum Schalter zurück und habe den Mitarbeitern von Philippine Airlines mein 30€-Ticket mit einem verschmitzten Lächeln auf den Tresen geknallt. Das nennt ihr Herausforderung? Nicht für mich. Auf geht’s nach Manila, Philippinen.

Wie gewohnt, konnte ich nicht wirklich gut Schlafen im Flieger. Total übermüdet bin ich 6 Uhr Morgens in Manila angekommen. Als ich aus dem Terminal gekommen bin, habe ich auch schon gleich jemand rufen hören: „SEB! SEB!“ Mel war total begeistert und auch ich habe mich gefreut, dass wir uns wiedergesehen haben. Danach sind wir zu einem anderen Terminal, um Trevor abzuholen. Trevor arbeitet im Hotel in Karratha als Hausmeister. Zufälligerweise sind unsere Flieger zur selben Zeit angekommen. Wenn ihr irgendwann mal nach Manila fliegen solltet, plant ganz viel Zeit ein. Es gibt 4 Terminals, die alle an unterschiedlichen Ecken des Fughafens liegen. Eine Verbindung mit öffentliche Verbindung mit Verkehrsmitteln gibt es nicht. Chaos regiert.
Mein erster Eindruck von Manila: Sprachlos!!!  So etwas habe ich noch nicht gesehen. Mit 13 Millionen Menschen ist Manila eine der größten Metropolen der Welt. Die meisten Menschen sind arm. Sehr arm. Falls ihr irgendwann mal auf die Philippinen fliegt, es gibt bessere und sicherere Orte als Manila. Auf unserem Weg zu Mels Haus konnte ich unglaubliche Lebenszustände sehen. An vielen Orten sieht man Slums. Tausende Menschen zusammengefercht auf engsten Raum, eingeschlossen in Betonruinen. Die Menschen tragen zerfetzte Kleidung und machen nicht gerade einen sehr gesunden Eindruck. Solch ärmliche Verhältnisse habe ich noch nicht gesehen. Und Manila ist gefährlich. Sehr gefährlich. Mel hat diesen Eindruck bestätigt. Wenn man eine Ambulanz mit Martinshorn und Blaulicht sieht, kann man so gut wie sicher sein, dass jemand erschossen wurde auf den Strassen Manilas, so Mel. Füher, so Mel, konnte jeder den Flughafen betreten. „Falsche“ Taxifahrer haben Touristen also aufgesammelt, zu dubiosen Orten gefahren und sie dann ausgeraubt. An einer roten Ampel sagte Mel: „Schnell, schließt die Fenster.“ Kinder in unfassbar ärmlichen Zustand klopften an die Fenster und bettelten für Geld. Mel verriegelte die Türen und gab ihnen dann ein paar Geldmünzen. Ich fragte ihn, was passiert, wenn man ihnen kein Geld gibt. Die Antwort war simpel. Sie zerstören dein Auto. Das Erschütternste aber, Leute laufen auf offener Strasse mit Waffen herum. Sicherheitsbeamte tragen Schrotflinten vor sich her. Da bin ich schon ein wenig tiefer in den Sitz gerutscht. Da passe ich wohl besser auf, mit wem ich mich anlege :D Ungelogen, das Zentrum von Manila meidet man besser. Ich war echt froh, dass Mel da war, der weiß wie der Hase in Manila läuft. Umso weiter man in Stadtteile außerhalb des Zentrums kommt, desto besser wird es. Auch die Luftverschmutzung ist echt nicht schön. Wenn man mit offen Fenster im Auto fährt, macht das atmen echt keinen Spaß mehr. „Grün“ hat man in Manila seit Jahrzehnten nicht mehr gehört.

Ein kleiner Eindruck von Manila





Mels Haus ist im Stadtteil Bacoor. Zur Begrüßung gab es erstmal ein ausgiebiges Frühstück und Bier. Danach ging es erstmal ab ins Bett für ein paar Stunden. Am Nachmittag sind wir dann in eine Shoppingmall gefahren. Zurück im Haus haben wir dann Mels Familie kennengelernt. Es ist eine ziemlich große Familie, was in den Philippinen üblich ist. Mel selbst hat 3 Söhne, die aber während der Woche bei der Mutter leben. Alle sind super nett zu uns. Es ist immer so schön, wenn man mal abseits der Touristenplätze in eine einheimische Familie hineinschnuppern darf. Das war es dann auch für den ersten Tag, da Trevor und ich doch recht übermüdet waren.

Was für eine Begrüßung
Mel (links) und Trevor (rechts)




Am zweiten Tag kam dann einer dieser Tage, die ich wohl nie vergessen werde. Ich kann zurecht sagen, dass es einer der schönsten Tage auf meiner Reise war. Es war Mels Geburtstag. Wir sind morgens, wieder nach einem ausgiebigen Frühstück, zu einer Kirche gefahren, in der es eine Bambusorgel zu bestaunen gab. Naja ist jetzt nicht das absolute Highlight, aber ein wenig Kultur muss ja auch ab und an mal sein, nicht wahr? Mel ist einen Monat in den Philippinen. Neben seinem Haus hat er noch ein Appartment in einem Hochhaus gemietet. Dort sind wir dann hingefahren. Echt schön hier. Vom Dach hat man einen wunderschönen 360° Ausblick über die Metropole Manila. Und zudem gibt es noch einen Swimmingpool auf dem Dach. Das ich später noch in Genuss dieses Appartments kommen sollte, war mir noch nicht bewusst. Weiter ging es in eine andere Shoppingmall, wo uns Mel auf eine Runde Billiard eingeladen hat, inklusive Essen und - wer hätte das gedacht – Bier :D Zurück im Haus gab es dann ein Geburtstagsessen mit der gesamten Familieund natürlich mehr Bier. Nach einem kleinen Mittagsschläfchen haben wir uns dann aufgewärmt für den Abend. Natürlich mit Bier. Mel hat für die Nacht eine Bar gemietet für Freunde und Familie. Trevor und ich als Weiße waren natürlich der absolute Hingucker haha. Das Beste: Alles war umsonst. Essen und alle Getränke. Noch mehr Bier. Nach Vodka und Tequila setzte die Stimmung zum Höhepunkt an. Oh mein Gott, es sind soviele Dinge in dieser Bar passiert. Ich führe das hier nicht auf. Möchte ich auch gar nicht. Ich hatte auch keine Kamera dabei. Ist mittlerweile so ein Ritual (ich würde sie eh nur wieder zerstören). Die Erinnerungen von Partys bleiben einzig und allein in meinem Gedächtnis gespeichert. Was für eine Nacht. Das war eine der besten Partynächte meines Lebens. 

Ein wenig Kultur




Aussicht von Mels Appartment




Lasset den Geburtstag beginnen


Mels Familie



Am nächten Morgen bin ich nicht in Mels Haus, sondern in seinem Appartment aufgewacht. Wie es dazu kam, behalte ich auch lieber mal für mich. Gegen Mittag hat mich dann Mels Bruder aufgesammelt und wir sind zurück zu Mels Haus gefahren. Wir alle, Mel, Trevor und ich, hatten einfach nur ein riesengroßes Grinsen auf dem Gesicht. Jedem war klar, die Nacht zuvor war Wahnsinn. Gemeinsam haben wir Geschichten der letzten Nacht ausgetauscht und dann hat Mel uns Bilder gezeigt, die er mit seinem Handy geschossen hat. Falls ihr Hangover, den Film, gesehen habt. Das war genauso eine Situation, wie man sie am Ende des Films, sehen kann, als sie sich die Bilder auf der Kamera angesehen haben. Ich habe mich kaputt gelacht. Das war so lustig. Für die Bilder gilt jedoch: Geheimhaltungsstufe ;)
Den Rest des Tages galt es, den Körper wieder zu regenrieren. Was für ein Start auf den Philippinen. Da wusste ich allerdings noch nicht, was die nächsten 3 Tage bringen würden.

Eine Delikatesse 
Ei mit Entenbaby
Ja, auch ich habe es probiert (müssen) 


Mittwoch, 6. November 2013

Tauchen, Strände, Feiern auf den Gili Inseln

Die Gili Islands sind etwas ganz besonderes. Vor der Nordwestküste Lomboks befinden sich 3 Inseln in einer Reihe, die bis vor 50 Jahren noch absolut unbewohnt waren. Sie sind so winzig, dass man jede in etwa 2 Stunden Fussmarsch umrunden kann. Während Gili Meno und Gili Air eher für Pärchen und Flitterwochen geeignet sind, regiert auf Gili Trawangan das Backpacker- und Partyleben. Mich hat es auf Gili T (für Trawangan) verschlagen. Wie beschreibt man am besten Gili T? Wie die Überschrift schon sagt, dreht sich alles um das Tauchen, weiße Sandstrände und Bars und Restaurants. Die Idylle regiert. Es gibt keine motorisierten Fahrzeuge. Waren werden auf Karren geladen und per Manneskraft über die unbefestigte Straße gezogen. Touristen werden in kleinen Pferdekutschen um die Insel chauffiert und lauffaule Touristen umrunden die Insel auf einem Fahrrad. Dennoch ist die Hauptstraße gesäumt von unzähligen Bars, Restaurants, Touranbietern und Tauchshops. Gili T allein hat 22 Tauchschulen. Leute, die hier nicht tauchen gehen, liegen am weißen Strand, der die gesamte Insel umrundet, gehen auf Schnorcheltouren oder schlürfen ein Cocktail in einer der vielen Strandbars. Der Nachtmarkt bietet den Touristen Köstlichkeiten aller Art von frischen Fisch bis scharfen indonesischen Reis- und Nudelgerichten zum Abendessen alles an. Auf den spartanischen Holzbänken kommen die Reisenden ins Gespräch. In der Nacht wandelt sich Gili T zu einem Partypalast. Backpacker strömen in die Bars und Nachtclubs und fröhnen den Alkohol und das lockere Leben. Wieso auch nicht? Auf Gili T macht es keinen Unterschied, ob du um 8 Uhr morgens oder 2 Uhr Nachmittags am nächsten Tag aufwachst.

Auf der Hauptstraße






Irgendwo auf der Insel


Ausblick vom höchsten Punkt der Insel
Die erste Insel ist Gili Meno, die zweite Gili Air und im Hintergrund sieht man Lombok



Es ist sehr merkwürdig. Jeder sagt, dass es auf Gili T tagsüber nicht wirklich viel zu tun gibt (was stimmt), aber dennoch bleibt man hier so leicht hängen und vergisst die Zeit komplett. Ganze 11 Tage hat mich Gili T gefangen gehalten. Es ist das Flair auf Gili T, was den Aufenthalt einfach nur gemütlich macht. Es gibt keine Polizei auf der Insel und Magic Mushrooms sind legal, die dir an jeder Straßenecke angedreht werden. Wer Magic Mushrooms nicht kennt, hier eine kurze Definition von Wikipedia: Psilocybinhaltige Pilze, auch als Zauberpilze, magic mushrooms oder halluzinogene Pilze bezeichnet, sind psychoaktive Pilze. Die in ihnen enthaltenen Stoffe Psilocybin und Psilocin wirken ähnlich wie die Droge LSD, sind jedoch von kürzerer Wirkdauer. Liebe Eltern, um Euch zu beruhigen, ich kann auch Spaß ohne Drogen haben. Also keine Angst haben, aber ich muss es erwähnen, da es die Situation auf Gili T sehr gut beschreibt. Leute erzählen mir wundersame Dinge, was sie alles gesehen haben in der Mushroom-Welt. In Hostels werden Wettkämpfe in Beerpong (Trinkspiel) ausgetragen oder einfach nur in gemütlicher Runde ein Bintang getrunken. Das Leben auf Gili-T ist perfekt. Tagsüber kann man am Strand relaxen oder Abenteuer beim Schnorcheln und Tauchen suchen und in der Nacht kann man zum Partytier werden.

Weißer Sandstrand überall. Besser gehts nicht.





Sonnenuntergang auf Gili T




Ich bin also gemeinsam mit Yanise von Ubud aufgebrochen. Es gibt 2 Möglichkeiten, um von Bali auf die Gili Islands zu kommen. Entweder nimmt man ein Speedboot, dass in 1,5 Stunden am Zielort ist oder man nimmt die langsame Fähre mit einem Umweg über Lombok, was ungefähr 8-10 Stunden dauert. Wir haben uns doch tätsächlich für die langsamere Variante entschieden, was gar nicht so schlecht war, denn die Fähre hat uns nach Lombok gebracht, von wo aus es mit einem Bus in den Norden Lomboks ging. So hat man ein kleinen Eindruck von Lomboks Küste gewinnen können. Von dort ging es dann nochmal mit einem kleinen Motorboot nach Gili T. Nur zur Info: Auf den Rückweg habe ich dann das Speedboat genommen, weil es doch deutlich komfortableres Reisen ist ;)

Auf der Fähre nach Lombok


 Zusammengefercht auf dem kleinen Motorboot von Lombok nach Gili T



Die ersten paar Tage habe ich entspannt und die Insel ein wenig erkundet und umrundet. Da ich mich dazu entschlossen hatte, den Flieger am 9.November zu den Philippinen zu nehmen, hatte ich noch gute 2 Wochen auf Bali und Lombok zu verbringen. Eigentlich wollte ich nur ein paar Tage auf Gili T bleiben, ein wenig Tauchen gehen und dann noch ein paar Tage auf Lombok verbringen. Gili T hat mir aber so gut gefallen, dass ich mich entschieden hatte, bis zu meiner Rückkehr nach Bali einfach dort zu bleiben. Damit aber noch nicht genug. Die meisten Hostels und Unterkünfte entlang der Hauptstraße haben zugleich auch eine Tauchschule integriert. Ich habe einen Blick auf die Preise geworfen und habe mich mal wieder waghalsig in einen neue Herausforderung geworfen. Da ich ja einige Tage Zeit hatte und nun auch nicht jeden Tag nur am Strand abgammeln wollte, habe ich mich für den Rescue Diver Kurs (Rettungstaucher) angemeldet. Nachdem ich vor gut 2 Jahren meinen Open Water und Adventure Diver Kurs in Cairns gemacht habe, folgte nun also der nächste Schritt. Eine ganz neue Taucherfahrung. Der Fokus lag auf Selbsthilfe und Hilfe des Tauchpartners in Stresssituationen, aber auch Notfallrettung unter und über Wasser. Was macht man, wenn dem Tauchpartner die Luft ausgeht, wenn er in Panik unter Wasser verfällt, was macht man wenn man einen bewusstlosen Taucher findet, wie sucht man einen vermissten Taucher und wie bekommt man einen verunglückten Taucher am besten aus dem Wasser? All dies war Teil des Kurses. Am ersten Tag musste ich mich durch die leidige Theorie lesen und einen Theorietest bestehen. Dann ging es 2 Tage lang unter Wasser. Leider konnte ich mich gar nicht auf die Fische und Korallen konzentrieren, da mein Tauchlehrer jederzeit einen Krampf im Bein, sein Atemgerät aus dem Mund verlieren oder auch seinen Tank und Bleigürtel verlieren konnte. Wir haben sämtlich Szenarien unter Wasser durchgespielt, was ziemlich cool war. Danach musste ich noch 3 Tage einen Erste Hilfe Kurs machen. Sogar mit einem Defibrillator und 100% Sauerstofftherapie musste ich herumhantieren. Naja jedenfalls bin ich jetzt ein Rescue Diver. 
Würde ich nun noch einen Schritt weitergehen (Divemaster) könnte ich theoretisch in jedem Tauchcenter weltweit arbeiten. Was für ein Leben, wenn man fürs Tauchen bezahlt wird, oder? Naja aber erstmal will ich auf jeden Fall noch Südostasien zu Ende bereisen, denn für den Divemasterkurs muss man mindestens 1,5-2 Monate einplanen. Aber wenn ich am Ende noch Geld über haben sollte, wer weiß, was die Zukunft bringt... :)






Am letzten Tag habe ich dann noch zumindest einen normalen Tauchgang gemacht, um auch ein paar Fische und Korallen zu sehen. Und ich muss sagen, das Riff um die Gilis ist traumhaft. Soviele exotische Fische und auch Korallenformen gibt es hier zu sehen. Hat mir richtig gut gefallen. Auch das Essen hat mir auf Gili T richtig gut geschmeckt. Alles in allem kann ich die Gilis nur absolut weiterempfehlen. Aber plant genug Zeit ein ;) Nun bin ich zurück in Kuta. Am Samstag geht es auf zu den Philippinen. Ich weiß, es war eigentlich nicht auf meinem Plan, aber meine Kollegen vom Hotel in Karratha haben mich eingeladen. Kann ich ja schlecht nein sagen. Also, ihr hört von mir aus den Philippinen. Übrigens ist es das bereits zehnte Land auf meiner Reise, das ich besuche.

Schon mal 6.5 Millionen im Geldbeutel gehabt?


Freitag, 1. November 2013

Wo kommt eigentlich der ganze Reis her?

Die Antwort ist einfach: Ubud, Bali, Indonesien. Egal wo man langfährt oder langläuft, man sieht eigentlich so ziemlich an jeder Ecke und an jedem Fluss Reisfelder und Reisterassen. Der Reis regiert hier in Ubud. Sogar vor unserer Unterkunft liegt dierekt ein Reisfeld. Nach einer langen Fahrt von Lovina sind wir am späten Nachmittag in Ubud angekommen. Strid und Thea haben sich dann eine eigene Unterkunft gesucht. Wir restlichen 4 sind gemeinsam in eine Unterkunft gegangen. Mit Viktoria habe ich dann einen kleinen Fussmarsch durch die Stadt gemacht. Ziemlich touristisch hier. Moderne Bars und Einkaufsläden zieren die Straßenreihen. Wir sind in den Monkey Forest gegangen. Dort gab es ein wenig Tempel, Bäume und wer hätte es gedacht, Affen zu sehen. War jetzt aber auch nicht übermäßig spektakulär. 

Auf dem Weg nach Ubud



Unsere Unterkunft


Ubud






Monkey Forest




Am nächsten Tag wurde es dann spannend. Wir haben uns wieder einmal Scooter ausgeliehen, um durch die Gegend zu düsen. Wir sind zu einem Ort gefahren, der sich Gunung Kawi nennt. Hier fühlt man sich wie Indiana Jones oder Tomb Raider. Der Weg führte in ein tiefes Tal hinein. Links und rechts sieht man Reisterassen so weit das Auge reicht gesäumt von prächtig grün scheinendenden Palmen und Tropenwald. Jeder, der nach Bali kommt, muss einfach mal diese Schönheit der Reisterassen gesehen haben. Im Tal angekommen führte eine Brücke auf die gegenüberliegende Flussseite, wo es einen Tempel mitten im Dschungel zu sehen gab. Erstaunlich waren die riesengroßen Felsskulpturen, im 11. Jahrhundert direkt in den die Felswand geschlagen wurden.







Den ganzen Tag lang sind wir durch Reisfelder, Reisfelder und nochmals Reisfelder gefahren. Leute machen einen ganz schönen Hype um Ubud. Die Reisfelder sind wunderschön, aber mehr hat Ubud dann auch nicht zu bieten, was man sonst nirgendwo anders finden kann. Wir haben an einem Cafe angehalten, dass direkt an den Terassen lag. Dort hätte ich Stunden verbringen können.







Am Abend haben wir dann einen traditionellen Tanz der Hindus beigewohnt. Am Ende ist sogar einer der Akteure durch brennendes Kopra (Hülle der Kokosnuss) gelaufen. Der war echt mutig. Heath und Viktoria sind dann am nächsten Morgen aufgebrochen. Nur Yanise ist noch geblieben. Wir sind noch auf eine Wanderung gegangen. Ratet mal wohin? Richtig. Durch Reisterassen, Reisfelder und Flusstäler :D











Jeder der nach Bali kommt, sollte auch unbedingt Ubud sehen. Aber 1-2 Tage reichen aus, da es hier wirklich nur Reis zu bestaunen gibt. Wie oft habe ich jetzt eigentlich Reis verwendet in diesem Beitrag? Naja, jedenfalls sollte es am nächsten Tag dann mit einem kleinen Abstecher über Lombok auf die Gili Islands gehen.